Copyright: Dirk Revenstorf, Dr. rer. soc., Dipl.-Psych.,unter Mitarbeit von Dipl.-Psych. Uwe Prudlo, Psychologisches Institut der Universität Tübingen, Juni 1993


1. Geschichte
 

Im Gegensatz zum angloamerikanischen Sprachraum ist die wissenschaftliche Literatur zur Hypnose und deren Anwendung in Europa, insbesondere in den deutschsprachigen Ländern, lange übersehen worden.
Das hat historische Gründe, ist aber bedauerlich, da die Hypnose gerade in Europa eine lange Tradition als medizinisches und psychotherapeutisches Heilverfahren hat.
Als erste Ära der Hypnose dürfen die alten hinduistischen Meditationspraktiken der Fakire und Yogis gelten, die bis ins 2. vorchristliche Jahrtausend zurückverfolgt werden können.
Das bis heute verbreitete Yoga hat in der Induktion und dem Zielzustand des ungetrübten Bewusstseins (Trance) starke Ähnlichkeit mit der Hypnose. Aus dem antiken Ägypten gilt der Papyrus Eber (circa 1500 v. Chr.) als ältestes schriftliches Zeugnis für hypnotische Induktionstexte (EDMONSTON, 1986).
Der Tempelschlaf aus Ägypten (Isisund Serapis-Kulte) und Griechenland (Asklepius-Kult) wurden als rituelle Induktion des Orakels benützt (etwa 500 v. Chr.), der neben der Heilung hellseherischen Zwecken diente (WEINREICH, 1909). Die keltischen Druiden im ersten vorchristlichen Jahrtausend, verwendeten reimende Gesänge, um Medien in einen Schlaf mit hellseherischen Träumen zu versetzen. Mittels Handauflegen, das schon im alten Testament bei König David vorkommt, heilten Jesus und seine Jünger, häufig verbunden mit Augenfixation (Petrus, Paulus), wurden auch schon in den ägyptischen Papyri beschrieben. Ähnlich verfuhren im Mittelalter viele kirchliche Würdenträger und weltliche Fürsten zum Teil in Massenzeremonien.
Häufig spielen bei den Vorläufern der Hypnose bestimmte Körperhaltungen (liegend, kniend, Lotussitz u. a.) und zeremonielle Instruktionen eine Rolle. Seit der Antike bis ins Mittelalter wurde die heilende Wirkung der hypnoseähnlichen Anwendungen im allgemeinen einer übermenschlichen Kraft zugeschrieben (z. B. bestimmten Göttern oder Halbgöttern) – meist vermittelt durch menschliche Medien. Aus dieser langen Tradition hypnotischer Praktiken
wird klar, daß es schon immer Riten gegeben hat, die Menschen in die Lage versetzen, innerhalb physiologischer Grenzen, die im allgemeinen als solche nicht bewußt wahrgenommenen psychologischen Grenzen des Denkens und körperlicher Reaktionen zu überschreiten.
Derartige psychologische Grenzen können durch Glaubenssätze oder durch soziale Normen und Kontextbedingungen bestimmt sein.
Erst mit dem Aufklärer MESMER (1734–1815) wird die Hypnose endgültig des mystisch-religiösen Charakters entkleidet, indem Mesmer die exorzistischen Heilungen des Paters Gassner als natürlich erklärt.
Damit setzt die zweite Ära der Hypnose ein, in der sie nicht mehr als spirituelle, sondern als natürliche Kraft gedeutet, aber außerhalb des Menschen lokalisiert wird. Seit der Zeit des Paracelsus (1493–1541) sind Kuren körperlicher Leiden durch Handauflegen oder ähnliche Behandlungstechniken (Streichungen, Passes) schon als Magnetisierung gedeutet worden, die Mesmer später als animalisch statt mineralisch charakterisierte.
MESMERS Versuch der wissenschaftlichen Akkreditierung der Hypnose durch die Akademie der Wissenschaften in Paris (1784) mißlang. Seine hypnotischen Kuren hatten das Aussehen hysterischer Krisen (MESMER, 1781). Er führte seine Behandlungen oft als Gruppensitzungen durch und kann daher als erster Gruppenpsychotherapeut angesehen werden.
Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts wird in der dritten Hypnose-Ära die Annahme einer Kraft fallen gelassen, die außerhalb des Patienten zu suchen sei. Dennoch wurde die Hypnose – so benannt von BRAID (1795–1860) – als abnormes Phänomen betrachtet. BRAID geht von
physiologischen Veränderungen aus, die er zunächst als Schlaf beschrieb („Hypnose“), der durch die Monotonie der Fixation herbeigeführt wird (BRAID, 1843). Von englischen und schottischen Ärzten wird die Hypnose in dieser Zeit erfolgreich zur Analgesie bei chirurgischen Eingriffen eingesetzt.
ESDAILE (1808–1859) beschrieb über 300 schmerzfrei durchgeführte und gut verheilende Amputationen unter Hypnose (ESDAILE, 1851). Die analgetische Verwendung der Hypnose verschwand weitgehend mit der Einführung der Betäubungsmittel Äther, Chloroform und Lachgas um 1850. Von dem Neurologen CHARCOT und seinen Schülern (u. a. JANET und FREUD) wurde sie Ende des Jahrhunderts als psychiatrisches Phänomen wieder aufgegriffen.
CHARCOT etwa betrachtete den hypnotischen Zustand als künstlich herbeigeführte Neurose.
In der vierten Ära seit Ende des letztes Jahrhunderts wurde die Hypnose von LIEBEAULT (1823–1904) und BERNHEIM (1840–1919) in Nancy als normalpsychologisches Phänomen erkannt, das auf Suggestion beruht.
Daran knüpft die heutige Auffassung der Hypnose an: Voraussetzung ist die Fähigkeit des Individuums, die Fremdsuggestionen in Autosuggestionen und lebhafte Vorstellung umzusetzen (BERNHEIM, 1888).
Diese Interpretation der Hypnose als im wesentlichen innerpsychisches Geschehen steht im Gegensatz zur älteren Auffassung von einer heteronomen Einwirkung spiritueller (Antike), magnetischer (MESMER) oder psychologischer Natur.
Die Tradition der beiden französischen Schulen (CHARCOT in Paris und BERNHEIM in Nancy) wurde im deutschsprachigen Raum von zahlreichen bekannten Psychiatern und Neurologen weitergeführt. In Zürich von FOREL (1848–1930) und dessen Nachfolger BLEULER (1857–1939), von BENEDIKT (1835–1920) und seinen Nachfolgern KRAFFT-EBING (1840–1903), WAGNER-JAUREGG (1957–1940) und später HOFF und BERNER in Wien; in Jena von HEIDENHEIM (1843–1897), dessen Schüler PAVLOW (1849–1936) und VOGT (1870–1959) waren. VOGT gründete später in Berlin ein eigenes Institut, und führte u. a. die Fraktionierungstechnik ein. FREUD (1856–1939) interessierte sich zunächst sowohl für die Auffassung von CHARCOT wie die von BERNHEIM, verwarf die Hypnose später jedoch, weil er sie nicht für zuverlässig genug hielt und hat so vermutlich zum Rückgang dieses Verfahrens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beigetragen.
Sie lebte als Heilverfahren in der reduzierten Form des autogenen Trainings (SCHULTZ, 1932) als Selbsthypnose mit formelhaftem Inhalt, und als gestufte Aktivhypnose weiter (KRETSCHMER, 1946).
Seit den dreißiger Jahren entwickelte sich an den Universitäten eine experimentelle Hypnoseforschung, die sich mit der Standardisierung der Phänomene und der psychometrischen Erfasssung der Suggestibilität befaßt (HILGARD, 1965; HULL, 1933; WEITZENHOFFER, 1957).  In neuerer Zeit sind besonders die Notwendigkeit formeller Induktion und die spezifische Qualität des durch Hypnose herbeigeführten Zustandes durch Autoren wie SARBIN, BARBER und SPANOS experimentell untersucht worden (BARBER, 1984; SARBIN, 1956; SPANOS, 1986).
Diese Autoren betonen den sozialpsychologischen Aspekt der Kooperation bei den hypnotischen Phänomenen. Autoren wie HILGARD oder ORNE dagegen versuchen, die These vom hypnotischen Sonderzustand experimentell zu stützen (HILGARD, 1986; ORNE, 1972).
Schon nach dem Ersten Weltkrieg setzte eine Entwicklung ein, Hypnose zur Behebung funktioneller Störungen, amnestischer Erscheinungen und posttraumatischer Neurosen zu verwenden. Seit etwa 1950 gewinnt die Hypnose zunehmend an klinischer Bedeutung, indem sie bei Verhaltensproblemen, Neurosen und psychosomatischen Erkrankungen und in der Medizin erfolgreich angewendet wird. Einen wesentlichen Anteil hieran hatte ERICKSON
(1901–1980), der eine große Vielfalt von hypnotischen und damit verknüpften allgemeinen psychotherapeutischen Vorgehensweisen in den unterschiedlichsten klinischen Bereichen einführte. ERICKSON gründete die American Society of Clinical Hypnosis (ASCH) und das international führende Journal auf diesem Gebiet (American Journal of Clinical Hypnosis).
Die von ihm entwickelte Hypnotherapie ist von zahlreichen Autoren zusammenfassend dargestellt und konsolidiert worden (BANDLER, 1975; ERICKSON & ROSSI, 1979; ERICKSON, ROSSI, & ROSSI, 1976; GILLIGAN, 1987; HALEY, 1978; LANKTON, 1983; O'HANLON, 1990; ROSSI & CHEEK, 1988; YAPKO, 1984; ZEIG & LANKTON, 1985).
Diese durch ERICKSON eingeleitete Erneuerung könnte man als fünfte Ära der Hypnotherapie bezeichnen. Die Bemühungen um eine wissenschaftliche Fundierung der Hypnose in Europa sind also schon mindestens 200 Jahre alt. Die Grundlagenforschung wie auch der Ausbau als klinisches Heilverfahren ist in den letzten Jahrzehnten jedoch verstärkt in den angloamerikanischen Ländern vorangetrieben worden.

Die Ergebnisse werden jetzt zunehmend in Europa rezipiert.
 

2. Theorie der Hypnosetherapie
2.1 Ziele der Hypnose

Hypnotherapie ist aus der traditionellen Hypnose entstanden wie autogenes Training und katathymes Bilderleben. Sie besteht nicht nur in der Einleitung eines speziellen Bewußtseinszustandes. Vielmehr stellt sie die systematische Nutzung damit zusammenhängender mentaler und physiologischer Prozesse für therapeutische Veränderung dar.

Folgende generelle Ziele werden dabei verfolgt:
1) Veränderung physiologischer Prozesse (z. B. Vasodilatation);
2) Transformation von Wahrnehmungen und Symptomen (z. B. Analgesie);
3) Anregung einer szenischen Vorstellung (zur Bahnung von Verhalten);
4) Dissoziation und Assoziation;
5) Regression und Progression;
6) Evokation innerer Suchprozesse (kreative Problemlösung).

Diese Ziele sind psychologischer und psychophysiologischer Art und beziehen sich u. a. auf Angststörungen, depressive Reaktionen, posttraumatische Reaktionen, Gewohnheitsprobleme, Schmerzen und eine Reihe von psychosomatischen und somatischen Störungen.
Im einzelnen beinhalten die Ziele folgendes:

1. Veränderung physiologischer Reaktionen Muskeltonus, Kreislauffunktionen (z. B. periphere Durchblutung) und Funktionen des Autonomen Nervensystems (trophtrope Umstellung), wie auch eventuell solche des Immunsystems und
des endokrinen Systems können durch Suggestion oder den Trancezustand selbst bzw. durch die aktivierte Vorstellung
verändert werden. Diese Prozesse sind für Entspannung, eine Unterstützung der Wundheilung, Blutungskontrolle, Verminderung streßbedingter Immunsuppression (Herpes), Warzenremission und Kontrolle allergischer Reaktionen (Heuschnupfen) eingesetzt worden.

2. Transformation der Sensorik und des Zeitempfindens Schmerzen können in ihrer Dauer und Qualität verändert wahrgenommen werden und einen Teil ihres negativen Affekts verlieren, wenn diese Dimensionen in Trance suggestiv beeinflußt werden (etwa „Handschuhanalgesie“).

3 Aktivierung der Vorstellung Visuelle, akustische und somatosensorische Vorstellungen lösen unwillkürlich ideosensorische, ideoaffektive und ideomotorische Prozesse aus (Carpenter- Effekt), die denen externer Stimulation oder willkürlicher Innervation entsprechen.
Etwa führt die Vorstellung einer kreisförmigen Bewegung zu entsprechenden Ausschlägen eines zwischen zwei Fingern gehaltenen Fadenpendels (Chevreulsches Pendel); die Vorstellung von Wärme in der Hand wie beim autogenen Training zur Temperaturerhöhung (Dilatation der Gefäße) in dieser Region. Ebenso erzeugt die Erinnerung an eine konflikthafte Auseinandersetzung die damit verbundenen Emotionen, meist gebunden an spezifische Sinnesqualitäten (erinnerter Klang einer Stimme, Gesichtsausdruck, visualisierte Szene, eine Körperhaltung oder Verspannung usw.). In der Therapiesituation können solche intern generierten Muster für die Bearbeitung (Bahnung, Reizüberflutung in sensu, Dissoziation von überwertigen Komponenten, Assoziation abgespaltener unterstützender Aspekte usw.) genutzt werden.

4. Dissoziation und Assoziation Überwertige Details, die für die Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen hinderlich sind, können in der nachträglichen Bearbeitung abgeschwächt werden (z. B. die Lautstärke einer Stimme, die Farbe und Helligkeit einer visuellen Erinnerung). Andererseits können fehlende Erfahrungsaspekte bei der Bearbeitung von belastenden Erlebnissen in Trance assoziiert werden. Sie können aus der eigenen Erfahrung des Klienten stammen (Ressourcen) oder suggeriert werden (z. B. Worte oder Gedanken einer dritten Person).


5. Regression und Progression Um Erfahrungen aus der Vergangenheit aufzusuchen, die entweder zur Problembewältigung beitragen können (Ressourcen) oder Traumata darstellen, deren Bearbeitung unabgeschlossen ist, wird der Klient in die frühere Situation zurückversetzt. Andererseits kann es sinnvoll sein, daß sich der Klient in eine zukünftige Situation innerlich versetzt, entweder um eine bevorstehende Streßsituation durchzugehen oder einen Zustand
zu antizipieren, in dem sein Problem gelöst ist.

6. Evokation innerer Suchprozesse Statt Lösungen zu suggerieren, ist es in vielen Fällen einfacher, passender und effektiver auf die Kreativität des Individuums zurückzugreifen. Das damit verbundene divergente Suchen, das den gewohnten Wahrnehmungs-, Affekt und Denkrahmen überschreitet, wird in Trance erleichtert.
Diese Ziele, die durch die hypnotisch eingeleitete Trance erleichtert werden, stellen die Basisprozesse dar, die zur therapeutischen Veränderung genutzt werden.
Etwa wird ein Trauma u. U. in der Regression reaktiviert und dann durch Assoziation von Erfahrungsaspekten oder Dissoziation von überwertigen Erfahrungsaspekten einer Bewältigung näher gebracht. Oder ein akuter Schmerz wird durch Transformation von Empfindungsqualitäten in seiner affektiven Bedeutung gemindert.
Da diese Veränderungen ebenso wie die Tranceerfahrung selbst individuell angepaßt und der betroffenen Person vielfach erst zugänglich gemacht werden müssen, sind eine Reihe therapeutischen Strategien entwickelt worden, die
dies erleichtern.


2.2.Ericksonsche Therapieprinzipien

Viele dieser therapeutischen Strategien gehen über die Technik der traditionellen Hypnose weit hinaus und haben einen deutlichen Einfluß auf andere Therapieschulen ausgeübt. Zu dieser Entwicklung hat ERICKSON in seiner etwa 50jährigen klinischen Forschertätigkeit wesentlich beigetragen (vgl. seine gesammelten Schriften, ERICKSON, 1980).
Eine bedeutsame Wendung, die ERICKSON in die Auffassung der Hypnose brachte, lag einerseits in der großen Flexibilität und Individualisierung der Durchführung. Zum anderen ist die Ericksonsche Hypnotherapie stark an Ressourcen orientiert.
Sie sieht das Therapieziel nicht mehr darin den Patienten durch Suggestion zu einem möglicherweise nicht ich syntonen Ziel zu bringen, sondern darin, daß der Klient seine eigenen Möglichkeiten für sich nutzbar machen kann.
Das psychotherapeutische Vorgehen ERICKSONS respektiert nicht nur die Autonomie des Patienten in besonderer Weise, sondern betrachtet ihn und sein Problem ganzheitlich und integrativ. Dies bringt auch die implizite oder explizite Einbeziehung der Familienmitglieder mit sich (ERICKSON, 1980).
Die Prinzipien der Ericksonschen Hypnotherapie lassen sich etwa so zusammenfassen (REVENSTORF, 1990):

1. Utilisation
Der Therapeut paßt die Therapie grundsätzlich den Möglichkeiten des Klienten an. Dazu werden die begrifflichen Kategorien, seine Werte, sein kognitiver, emotionaler und interaktioneller Stil soweit wie möglich genutzt. Dazu gehört u. a. die Abwechslung von Folgen und Führen („Pacing“ und „Leading“), die Inkorporation unvorhergesehener Reaktionen, die Umdeutung scheinbarer Hindernisse sowie Lösungen.

2. Minimale strategische Veränderung
Veränderungen werden an der Stelle eingeführt, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist. Eine geringfügige Veränderung an strategisch richtiger Stelle kann ausreichen, um das ganze Gebäude der Problemerhaltung zu erschüttern und eine Neuorganisation auszulösen.

3. Destabilisierung
Um dem Klienten eine Veränderung zu erleichtern, kann es unter Umständen hilfreich sein, durch ein Moment der Verwirrung ein eingefahrenes Denkmuster zu labilisieren. Dadurch werden Umstrukturierung, kreative Problemlösungen
und die Rezeption neuer Informationen erleichtert.

4. Beiläufigkeit
Die für die Veränderung wichtigen Suggestionen werden beiläufig geäußert (indirekt, metaphorisch, eingestreut, anekdotisch usw.). Sie werden auch dann registriert, wenn sie nicht bewußt wahrgenommen werden und entgehen jedoch so eher der kritischen Analyse durch unter Umständen obsolete Denkgewohnheiten.
Es wird angenommen, daß das Individuum unbewußt über die Nützlichkeit beiläufig aufgenommener Information entscheidet.

5. Bahnung/Vorprägung
Hinweise, Suggestionen und Vorstellungen (z. B. das Wort „Hase“) werden mit größerer Wahrscheinlichkeit (auch subliminal) rezipiert, wenn sie phonetisch (bei dem genannten Beispiel durch das Wort „Haare“) oder semantisch (durch das Wort „Kaninchen“) oder durch Bilder, Metaphern oder Kontexte gebahnt sind (priming oder seeding).

6. Unterbrechung gewohnter Muster
Denk- Wahrnehmungs- und motorische Gewohnheiten sollen an kritischen Stellen unterbrochen werden (z. B. der Griff zur Zigarettenschachtel).

7. Erschließung von Ressourcen
Aus Gründen einseitiger Bewertungen ausgegrenzte Lebenserfahrungen, die für die Bewältigung einer bestimmten Problemsituation nützlich wären, können durch Regression zugänglich gemacht werden (um mit der Problemsituation reassoziiert zu werden, s. o.).

8. Rekonstruktion
Traumatische oder defiziente Lebenserfahrungen können in Trance durch Rekonstruktion und Ergänzung fiktiver aber plausibler Elemente abgeschlossen, umgedeutet oder gelindert werden – so als würde in Trance der Unterschied
zwischen Fiktion und Fakten in der Vergangenheit an Bedeutsamkeit verlieren.

9. Reorientierung in der Zeit Anstatt ein affektiv belastendes Problem in der Gegenwart zu lösen, kann es hilfreich sein, das Individuum in seinem Denken, Vorstellen und Empfinden in die Vergangenheit (Regression) oder Zukunft (Progression) zu orientieren und in dieser Befindlichkeit eine andere Sichtweise gewinnen zu lassen.

10. Schutz des Unbewußten
In Trance gefundene Lösungen können irrational, schmerzlich oder in anderer Weise schwer hinzunehmen sein. Dann ist es günstig, die Problembearbeitung durch Amnesie oder Ablenkung zu schützen.

Manche dieser Grundsätze sind in anderen Therapieformen integriert worden – etwa in der Familientherapie (HALEY, 1977; WATZLAWICK, WEAKLAND, & FISCH, 1975), der strategischen Therapie (WEEKS & L'ABATE, 1982), der Sexualtherapie (ARAOZ, 1982) oder in der Kurzzeittherapie (SHAZER, 1982).

Trance als Sonderzustand
Trance als Sonderzustand kann mit Schlaf, Narkose, Koma oder anderen veränderten Bewußtseinszuständen verglichen werden (altered states of consciousness, ASC, Ludwig (1966)). Die veränderte psychische Funktionsweise drückt sich motorisch in der Wahrnehmung, in der Physiologie oder in der subjektiven Erfahrung aus. TART definiert ASC als ein diskretes und stabiles Muster des Erlebens und Verhaltens (TART, 1975).
Diese Kriterien erfüllt Trance, indem sie subjektiv als unterschiedlich vom Wachbewußtsein erlebt wird und zu Prozessen führt, die sich deutlich vom Alltagsverhalten abheben (Analgesie, Katalepsie, Regression) und wiederholt herstellbar sind, zumindest bei derselben Person.
Diese Auffassung wird von verschiedenen klinisch oder experimentell orientierten Autoren vertreten (ERICKSON, 1980; FROMM, 1984; HILGARD, 1986; ORNE, 1977; SHOR, 1979).
Ein Experiment von BOWER belegt die These vom Sonderzustand.
Intellektuelle Leistungen sinken unter Streß; so die Leistung in einem Wortschatztest bei gleichzeitigem Schmerz (durch Eiswassser). Bei Personen, die zur Trance befähigt sind (Hochsuggestible), wird die Leistungseinbuße durch hypnotische Analgesie reduziert.
Bei Niedrigsuggestiblen nicht. Durch eine kognitve Schmerzbewältigung dagegen (Streßimmunisierung) tritt die umgekehrte Wirkung ein (BOWER, 1981).

Interessant ist auch der mehrfach berichtete Befund, daß unter hypnotischer Analgesie die Herzfrequenz steigt, und zwar bei denen, die eine tiefe Trance eingehen (hochsuggestibel sind). Das heißt, schwachsuggestible Personen, die den Schmerz offenbar kognitiv bewältigen, benutzen einen anderen Mechanismus als hochsuggestible Personen, die den Schmerz hypnotisch bewältigen.
Auch ORNES Vergleich von Personen, die den Trancezustand simulieren sollten (so, daß der Versuchsleiter ihre Simulation nicht erkennt) mit solchen, die tatsächlich in Trance waren (Hochsuggestiblen), zeigt bei den Halluzinationen ein unterschiedliches Verhalten (ORNE, 1977).
Die Simulanten gehen auf einen weghalluzinierten Stuhl zu und rennen gegen ihn, während die hypnotisierten Probanden einen Bogen um den Stuhl machen und dies später fadenscheinig begründen.

Soziale Determinanten der Hypnotischen Trance
Der Trancezustand wird durch bestimmte Kontextvariablen begünstigt BARBER nimmt zwei Mediatorvariablen an, die durch hypnotische Induktion gefördert werden, nämlich positive Erwartungen an die Situation und Involviertheit in die suggerierten Vorstellungen. Der erste Faktor hängt von der Aufgabenmotivation der Person ab, der zweite von ihrer Absorptions-fähigkeit. Beide Faktoren sind durch die Qualität der Interaktion zwischen Therapeut und Klient mitbestimmt (Rapport) und werden durch eine Reihe von Kontextmerkmalen der Induktion realisier (BARBER & DEMOOR, 1972):

Definition der Situation als Hypnose
− Monotone, nicht alltägliche Intonation;
− Beseitigung von Befürchtungen;
− Kooperation;
− Entspannungsinstruktion;
− Kopplung von Trancesuggestionen an spontane Veränderungen;
− Schließen der Augenlider;
− Zielgerichtete Imagination;
− Verhinderung von Mißerfolg durch Umdeutung.

BARBER und SPANOS haben insbesondere die sozialpsychologischen Determinanten des hypnotischen Kontextes betont (BARBER, 1984; SPANOS, 1986).
Sarbin weist auf das Rollenverhalten hin und beschreibt, daß Menschen sehr unterschiedliche Involviertheit in einer Rolle aufweisen können.

Es werden sieben Stufen unterschieden (SARBIN & COE, 1972; SARBIN & SLAGLE, 1980):
Stufe 0: Unbeteiligtheit;
Stufe 1: Beiläufige Rolleneinnahme (alltägliche, mühelose Routine, wie bei der Begrüßung eines Kollegen);
Stufe 2: Mechanische Ausführung eines Verhaltens (alltägliches Auftreten als Vorgesetzter);
Stufe 3: Engagierte Durchführung (wie bei einem guten Schauspieler);
Stufe 4: Tiefe Trance, in der Form des Sommnambulismus, in der die meisten Trancephänomene  evozierbar sind (Analgesie, Katalepsie, Amnesie, Halluzinationen);
Stufe 5: Hysterisches Verhalten mit Erscheinungen des Ausagierens und körperlichen Konversionen (z. B. Lähmungen);
Stufe 6: Ekstatisches Verhalten, wo willkürliche Einflußnahme scheinbar ausgeschaltet ist, wie es sich in mystischen Zuständen und manchen religiösen Besessenheiten zeigt (z. B. Exorzismus);
Stufe 7: Zusammenbruch der normale Regulationsmechanismen, z. B. im Vodootod.
Eine Rolle ist der sozial determinierte Anteil unseres Verhaltens. Jedes Individuum nimmt in seinem Leben nebeneinander viele Rollen ein, etwa als Vorgesetzte, Ehefrau, Mutter, Geliebte und Freundin, die jeweils anderes, zum Teil durchaus widersprüchliches Verhalten beinhalten. Daß der Mensch hier zu einer extremen Variabilität fähig ist, muß nicht betont werden. Insbesondere wenn man an politische Umstände denkt, die das Verhalten sehr nachhaltig und tiefgründig verändern können (Krieg, Frieden, Diktatur, Demokratie u. ä.). Hypnotisches Verhalten kann auf den Stufen 3 bis 5 der von SARBIN vorgezeichneten Skala angesiedelt werden, je nach Trancetiefe. Sarbins Vorschlag legt nahe, daß der hypnotische Sonderzustand (ASC) an einem Ende des Involviertheits-kontinuums angesiedelt ist.

Offenbar ist es so, daß die generelle Realitätsorientierung zum ASC-Pol hin mehr und mehr aufgegeben werden kann. Die Variable, die eine derartige Motivation, eine derartige Absorption in den Vorgang fördert, ist die Fokussierung (Einengung der Wahrnehmung), die ja eine Standardtechnik zur Tranceinduktion ist.

Neodissoziationstheorie
Mit Modellvorstellungen, wie die über den subliminalen und supraliminalen Informationsfluß (s. o.) kann Wahrnehmung und Reaktivierung von Gedächtnisinhalten unter Umgehung des Bewußtseins beschrieben werden. Es bleibt jedoch erklärungsbedürftig, wie es durch Hypnose gelingt, manche eingrenzenden Denk- und Verhaltensmuster zu überwinden, während dies in der rationalen Argumentation nicht so leicht möglich ist. Dieser Umstand macht es ja auch sinnvoll, Wert auf Amnesie für die bearbeiteten Inhalte zu legen und Erklärung oder Einsicht nicht für einen notwendigen Bestandteil wirksamer Psychotherapie zu halten (ZEIG, 1985). HILGARD hat mit der Neodissoziationstheorie dafür eine Erklärung gegeben (HILGARD, 1986).
Er knüpft bei JANET an (JANET, 1904), der Dissoziationen als Abspaltung pathogener Inhalte – für einen abnormen Vorgang hielt („desaggregation“). HILGARD dagegen hält die Dissoziation für ein normales kognitives Phänomen.
Eine Form der Dissoziation ist die Amnesie, die etwas mit Verdrängung zu tun hat. Suggeriert man beispielsweise unter Hypnose, die Hälfte aller gelernten Worte einer Liste zu vergessen, so fallen hauptsächlich die emotional belasteten unter die Amnesie.
Die Tatsache, daß ein solches Dissoziationsphänomen, ähnlich wie die Abspaltung körperlicher Empfindungen (etwa Schmerz) unter Hypnose besser als im Wachbewußtsein gelingt – ebenso wie die Integration multipler Persönlichkeiten – wird mit einem bestimmten Kontrollmechanismus erklärt.
HILGARD nimmt dazu eine Hierarchie kognitiver und somatischer Subsysteme an und postuliert eine Exekutivkontrolle. Sie regelt das Zusammenwirken der einzelnen Mechnismen und garantiert so Konsistenz, aber auch Übereinstimmung mit gewissen Kontextnormen und ermöglicht letztendlich so etwas wie eine Identität der Persönlichkeit.
Unter Hypnose wird nach seiner Auffassung diese oberste Kontrollinstanz zurückgedrängt und die einzelnen Subsysteme können größere Autonomie entfalten.
HILGARD hat das getrennte Nebeneinander unterschiedlicher autonomer Instanzen durch seinen „heimlichen Beobachter“ (hidden observer) bei Schmerzexperimenten nachzuweisen versucht. Durch ein verabredetes Zeichen (Hand auf die Schulter legen) wird während der Hypnose ein Schmerzbericht von einer suggerierten Instanz abgerufen, die die Empfindung in gewohnter Stärke wahrnimmt. Dadurch war es HILDGARD möglich, neben dem verdeckten Bericht einer hypnotischen Analgesie die volle subjektive Schmerzstärke, etwa beim Eiswassertest, zu ermitteln. Ungeachtet dessen, ob solche Experimente generalisierbar sind, scheint die Annahme einer  hierarchischen Struktur von (in sich relativ autonomen Kontrollmechanismen) innerhalb des kognitiven Systems, aber auch des somatischen Systems, durchaus sinnvoll.
Immerhin ist bekannt, daß sowohl das autonome Nervensystem als auch das endokrine System und  das Immunsystem eine relative Autonomie aufweisen, obwohl sie koordiniert agieren und auf-einander einwirken.
Auch im kognitiven Bereich ist das Phänomen bekannt, daß nebeneinander disparate Einstellungen und Werthaltungen existieren können, sozusagen Biedermann und Brandstifter, Lebensretter und Lebensvernichter; daß diese jedoch möglichst separat gehalten werden.
Einige solcher Steuerungsmechanismen sind auf kognitiver Ebene etwa die emotionale und die rationale Orientierung, das prozedurale, episodische und semantische Gedächtnis, das kreative Denken, die Werthaltungen und die Logik.
Nach HILGARDS Auffassung gibt es eine Exekutivkontrolle, die ganz oben in der Hierarchie angesiedelt ist und unter Hypnose ihren Einfluß zurücknimmt.
Unter dieser Bedingung sind dann offensichtlich prozedurale Programme wieder ansprechbar, die z. B. nach organischem Hirnschaden bewußt nicht zugänglich waren (Bewegungsprogramme), sind Details aus früher erlebten Episoden wieder zugänglich, sind kreative Lösungen möglich, sind autonome Reaktionen beeinflußbar (Pulsrate, Blutdruck) und solche des endokrinen Systems und des Immunsystems (Veränderung der Beweglichkeit der weißen Blutkörperchen usw., s. o.).
Daß die Schmerzbewältigung ein solch autonomer Regulationsmechanismus ist, steht außer Frage. Es läßt sich nachweisen, daß die hypnotische Analgesie weder mit Angstreduktion noch durch Entspannungsreaktionen, weder durch Placeboeffekte noch durch die Empfänglichkeit für Analgetika, noch durch kognitive Bewältigungsmechanismen erklärbar ist (HILGARD & HILGARD, 1983; REVENSTORF, 1986).
Das Konzept der hierarchischen Regulationssysteme impliziert parallel zum Kontinuum der Involviertheit qualitative Veränderungen auf der physiologischen Ebene, die dadurch gekennzeichnet sind, daß die Exekutivkontrolle unterlaufen werden kann. In diesem Zustand sind einzelne Steuerungsmechanismen direkter ansprechbar.

3. Anthropologische Prämissen
Jede Therapieform beinhaltet explizit oder implizit ein Menschenbild. Es spiegelt sich in der Umgangsform des Therapeuten mit seinem Klienten wieder und beeinflußt die Wahl seiner therapeutischen Techniken. Die Annahmen über den Menschen, die der Ericksonschen Hypnose zugrundeliegen, unterscheiden sich wesentlich von denen der traditionellen Hypnose. Sie entstammen den Erfahrungen, die Erickson im Laufe seines Lebens gesammelt hat – u. a. durch die Auseinandersetzung mit seinen eigenen zahlreichen Handicaps:
Erickson war von Kind an farbenblind, tontaub und Legastheniker. Im Alter von 17 Jahren erkrankte er an Poliomyelitis, die er nur knapp überlebte (PETER, 1987). Um den Anforderungen des Alltags und der Schule gerecht zu werden, zeigte er einen besonderen Ehrgeiz und Einsatz und entwickelte ungewöhnliche Bewältigungsstrategien, sowie eine nicht alltägliche Sicht alltäglicher Erfahrungen (ZEIG & LANKTON, 1985).
Die traditionelle Auffassung der Hypnose geht von der Suggestibilität des Menschen aus: einer allgemeinen Tendenz, Fremdsuggestionen in gleichlautende Autosuggestionen bzw. entsprechende Vorstellungen umzusetzen.
Das heißt, sofern der Rapport hinreichend ist, übernimmt der Klient Anweisungen vom Therapeuten – unabhängig von eigenen Lebenserfahrungen. Im Gegensatz zu dieser dem traditionellen Hypnoseverständnis innewohnenden Fremdbestimmtheit der Intervention geht Ericksons Therapieauffassung von einer autonomen Veränderung des Klienten aus. Das drückt sich in der Anpassung an die Möglichkeiten des Klienten aus (Utilisationsprinzip s. o.).
Das heißt, das therapeutische Angebot orientiert sich an den Interessen, der Motivation, den Überzeugungen, dem Verhaltensrepertoir und dem sprachlichen Stil des Klienten.
Auch das, was traditionell als Widerstand klassifiziert würde, wird von Erickson als grundsätzlich nützliche Eigenart akzeptiert. Beispiele dazu finden sich bei (O'HANLON (1990). Im Sinne dieser Auffassung wird häufig das Symptom nicht als etwas betrachtet, das zu eliminieren ist, sondern als Ausgangspunkt der Veränderung (bezüglich Dauer, Zeitpunkt, Frequenz, Kontext in dem es auftritt usw.).
Die Ericksonsche Hypnotherapie läßt sich durch folgende anthropologische Grundannahmen charakterisieren:
1. Positives Menschenbild;
2. Individualität des Klienten und seines Problems;
3. Veränderungsoptimismus;
4. Das Unbewußte als Ressource;
5. Natürlichkeit der Tranceerfahrung.

3.1.Positives Menschenbild
Im Gegensatz zu den meisten anderen Psychotherapiemodellen, richtet Erickson seine Aufmerksamkeit in der Therapie nicht auf den Krankheitswert der Störungen, sondern auf die Fähigkeiten und Potentiale, sogar die, die in der Störung liegen. Symptome werden nach Möglichkeit nicht als Defekte betrachtet, sondern als Besonderheiten, die in ihrem Muster zu verändern sind.
Auf diese Weise sind die verschiedenen Formen der Symptomverschreibung entstanden. Widerstand wird in ähnlicher Weise behandelt – als Eigenart, die die Form der Intervention mitbestimmt.
Erickson geht davon aus, daß jeder Mensch einen kaum zu erschöpfenden Erfahrungsschatz hat, mit dem er anstehende Probleme bewältigen kann. Eine Störung ist häufig durch Rigidität von Denk-, Emotions- und Verhaltensmustern bedingt. Diese gilt es in der Therapie zu durchbrechen. Hierzu wird Trance genutzt (GILLIGAN, 1991).

3.2 Individualität
Die meisten Therapieformen versuchen allgemeingültige Gesetzlichkeiten über den Menschen und sein Funktionieren aufzustellen, um daraus therapeutisches Handeln abzuleiten. Der Klient wird Kategorien zugeordnet, die allgemeine Aussagen über den von dieser Störung betroffenen Menschen erlauben sollen.
Diese Typologien dienen der Reduktion von Komplexität und dem wissenschaftlichen Ziel, allgemeingültiges und übertragbares Wissen zu finden (REVENSTORF, 1993b).
In der Ericksonschen Form der Hypnotherapie findet dieses Prinzip beim direkten Umgang mit dem Klienten strikte Grenzen.
Erickson hat wiederholt betont, daß therapeutische Kommunikation sich weder auf theoretische Verallgemeinerungen noch auf statistische Wahrscheinlichkeiten stützen sollte, sondern auf konkrete Muster, die den gegenwärtigen Selbstausdruck des Klienten (z. B. Überzeugungen, offenes Verhalten, Motivationen oder Symptome) auszeichnen (GILLIGAN, 1991).
Es wird demgemäß der Akzent nicht auf die Ähnlichkeiten zwischen den Menschen, sondern die Unterschiede und die Besonderheiten eines jeden gelegt (vgl. auch ROSEN, 1982; ZEIG & LANKTON, 1985).
Hier wird deutlich, daß therapeutisches Handeln im Sinne von Erickson nicht aus wissenschaftlichen Prinzipien allein ableitbar ist, sondern darüber hinaus eine praxeologische Komponente enthält.
Sie drückt sich in einem individualisierten therapeutischen Zugang zum jeweiligen Klienten aus (siehe Utilisationsprinzip).

Der Text ist mir schon wieder ein wenig zu Wissenschaftlich - aber das heißt ja nichts :-)